Foto: Jörg Steck
Wind der Gedanken - digitale Erzählungen zwischen Mythos und Mystik
Wind sieht man nicht – nur seine Wirkung. Mit Gedanken ist es ebenso: Sie bleiben unsichtbar, bis sie eine Form annehmen. Genau darin liegt der Kern meiner Arbeit. Ich übersetze Gedanken in visuelle Erzählungen, die der Betrachter weiterführen kann.
Malerei ist für mich kein dekorativer Selbstzweck und kein Zufallsprodukt. Jedes Werk entsteht aus Fragen nach Natur, Schöpfung, Mythos und dem Wissen der Mystik. Meine Bilder sind offene Geschichten: Der Betrachter kann mit ihnen in Resonanz gehen und das eigene Verhältnis zu Sinn, Ethik und Verantwortung prüfen.
Seit 2021 arbeite ich konsequent digital im Stil des Neuen Surrealismus. Mich fasziniert an der digitalen Malerei ihr erweitertes Instrumentarium. Es ermöglicht komplexe Hybridkompositionen, die klassische Techniken nicht imitieren, sondern bereichern. So entstehen rätselhafte Bildwelten, in denen realistische und surreale Elemente aufeinanderprallen und eine eigenständige Bildsprache formen.
Mit intensiven Farben und symbolischen Szenen erschaffe ich Räume, in denen menschliche und tierische Figuren zu Trägern von Bedeutung werden. Viele Motive sind allegorisch aufgeladen und greifen literarische, religiöse, soziale oder philosophische Bezüge auf. Schönheit ist dabei Ziel und Medium: sie zieht den Blick an und lässt das Bild tiefer wirkt.
Ich wünsche mir eine Kultur, in der Mythos, Naturverbundenheit und Spiritualität wieder als lebendige Quelle von Orientierung und Menschlichkeit gelten. Wenn meine Bilder Staunen wecken und Menschen dazu bringen, liebevoller, ehrfürchtiger und verantwortungsvoller mit dem Leben und der Welt umzugehen, erfüllt sich der Sinn meiner Arbeit.
Vom Pinsel zur Pixel-Poesie: Hans Batschauers Sprung in den Neuen Surrealismus
Hans Batschauer, geboren 1951, lebt und arbeitet in Weinstadt im Remstal. Seine künstlerische Geschichte beginnt früh – mit einem Erlebnis, das viele Kinder kennen, aber nur wenige so ernst nehmen: Er sah als Junge die Gemälde des befreundeten Künstlers Robi Grimm und war sofort gefesselt. Düstere, surreal aufgeladene Bildwelten, sozialkritische Motive – statt Angst spürte der junge Hans eine klare innere Gewissheit: So etwas will er auch können. Er begann zu malen, brachte Robi Grimm seine Bilder und bekam etwas, das selten ist: ehrliche Anleitung von einem Profi. Robi Grimm erkannte die Begabung, gab präzise Hinweise zu Technik und Bildaufbau und bestärkte ihn darin, dass aus ihm ein Künstler werden kann.
Dieses Talent bekam früh Substanz. In der Ausbildung zum Farbenlithografen bei der Kunstanstalt Schuler lernte Hans Batschauer Zeichnung, Komposition und malerisches Handwerk so gründlich, dass sein Werk bis heute von sicherem Bildaufbau und Präzision getragen wird. Über Jahre entstanden großformatige Arbeiten in Öl und Acryl – und zugleich wuchs eine Bildsprache, die sich immer stärker zum Surrealen neigte: zum Erzählerischen, Transformierenden, zu Motiven, in denen Realität nicht abgebildet, sondern erweitert wird.
Die digitale Malerei ist für ihn nun eine Erweiterung mit völlig neuen Möglichkeiten. Wo Ölfarbe Grenzen setzt, öffnet das Digitale Räume: komplexere Ebenen, präzisere Verdichtungen, schnellere Varianten, mutigere Farbdramaturgie – ohne dass die handwerkliche Strenge verloren geht. Genau deshalb erweitert er seine Technik konsequent um das Digitale und bündelt seine Bildwelt seit 2021 im Stil des Neuen Surrealismus. Mit digitalen Werkzeugen baut er Hybrid-Kompositionen, mysteriös und leuchtend, voller Details und Spannung. Jedes Werk wirkt wie ein eigenes Kapitel – als würde das Unbewusste kurz die Regie übernehmen.
Bis Mai 2026 entstanden über 180 digitale Gemälde. Ausstellungen im In- und Ausland, Verkäufe sowie positive Besprechungen von Galerien und Kunsthistorikern bestätigen die wachsende Aufmerksamkeit für seine Arbeit.
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